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Rückblick:

           Sibyllenwurz und Speisedampf

- Heilmethoden mit Migrationshintergrund -


eine Ausstellung der Werkstatt Ethnologie Berlin
                    Zeit: vom 23. April bis 11. Mai 2012
                    Ort:  Kunst- und Aktionsraum des Schillerpalais e.V.

                    Schillerpromenade 4, 12049 Berlin-Neukölln

   Von der Behandlung mit Blutegeln über Candomblé bis hin zum Schamanenritual: Eine faszinierende Vielfalt praktizierter Heilverfahren spiegelt den Standort der Stadt Berlin in der globalisierten Welt wider. Aus dem Bedürfnis nach ganzheitlicher Behandlung wurden nicht nur traditionelle Naturheilverfahren und andere alternative Heilmethoden europäischen Ursprungs wiederentdeckt und weiterentwickelt - auch aus anderen Kontinenten sind Heilmethoden „eingewandert“. Neben der sog. Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), dem Ayurveda und der Tibetischen Medizin sind das auch schamanische Techniken und
andere Methoden der spirituellen Heilung. Eine Auswahl dieser Heil(s)vielfalt fand sich in unserer Ausstellung wieder.

   Sieben HeilerInnen kommen in filmischen Portraits auf der gleichnamigen DVD zu Sibyllenwurz und Speisedampf *) selbst zu Wort und hatten uns einen Teil der Exponate zur Verfügung gestellt. Die Filme wurden in Kooperation mit den HeilerInnen und mit dem Institut für Ethnologie der FU Berlin von Studierenden gedreht und waren in der Ausstellung einzeln zu sehen.

   Die Ethnologin und Fotografin Miriam Tamayo hat die Filmaufnahmen begleitet und präsentierte im Rahmen der Veranstaltung eine Fotoausstellung "Glaube und Heilung. Heiler
und Schamanen in Berlin."

   Eine Kräuter- und Gewürzecke zum Schmecken, Fühlen und Riechen informierte über Heilkräuter, und eine bebilderte Landkarte von Eurasien verdeutlichte die Wanderungen und
den Austausch von medizinischem Wissen vom Altertum bis zum Mittelalter.

   Die Perspektive des Ausstellungskonzepts lag auf „Wanderung“ und „Bewegung“. Objektträger wie Paletten und Transportkisten verwiesen einerseits auf den „Migrationshintergrund“ der ausgestellten Heilverfahren, andrerseits auf den beständigen Prozess der Veränderung, den sie bereits in ihren Herkunfts-kontexten und auf ihren Wegen rund um die Welt erfahren haben und weiter erfahren werden.

   Zur Vertiefung einzelner Aspekte wurde ein dichtes Programm an Filmen, Vorträgen und Workshops angeboten.

Auf der folgenden Unterseite können Sie
Fotos von der Vernissage ansehen.

   *       *      *      *     *     *     *     *     *    

 

Und hier noch ein weiterer Rückblick:

Menschenfresser, Negerküsse …

Das Bild des Fremden im deutschen Alltag

Die Ausstellung mit Begleitprogramm und Bildlesebuch fand von Februar bis Juni 1992 in der Galerie im Körnerpark, Berlin Neukölln und in der Galerie Parterre in Berlin Prenzlauer Berg statt.

Die Ausstellung machte deutlich, wie fest Bilder und Stereotype von Fremden im Bewusstsein verankert sind, wie sie in allen Bereichen der Alltagskultur vom Arbeitsplatz bis zum Wohnzimmer, von der Werbung bis zur Mode, vom Supermarkt bis zur Apotheke, vom Schlager bis zum Film präsent sind.

 

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Werkstatt Ethnologie Berlin e.V. | info@werkstatt-ethnologie.de